Istanbul Sehenswürdigkeiten: Stadtteil-Guide mit Karte und Routen
Man kann einen Monat in Istanbul verbringen und hat trotzdem nur die Hälfte gesehen. In zwei, drei Tagen schafft man aber erstaunlich viel, wenn man weiß, wo man anfängt. Dieser Guide teilt die Stadt nach Gegenden auf: die Altstadt, Galata und Beyoğlu, das Bosporusufer, die asiatische Seite, das Goldene Horn und die Prinzeninseln. Jeder Ort ist mit einer eigenen Seite verlinkt – mit Geschichte, Besuchstipps und häufigen Fragen.
Die Altstadt: Sultanahmet und Eminönü
Hier beginnen fast alle Erstbesucher. Hagia Sophia, Blaue Moschee, Topkapı-Palast und Basilika-Zisterne liegen nur wenige Gehminuten voneinander entfernt. Am einfachsten kommt man mit der Straßenbahn T1 bis zur Haltestelle Sultanahmet.
Hagia Sophia (Ayasofya). Im Jahr 537 fertiggestellt, besaß sie fast tausend Jahre lang die größte Kuppel der Welt. Heute ist sie eine aktive Moschee. Seit 2024 betreten ausländische Besucher die obere Galerie über einen eigenen Eingang mit kostenpflichtigem Ticket; zu den Gebetszeiten wird der Besuch kurz unterbrochen.
Blaue Moschee (Sultanahmet-Moschee). Ihren Namen verdankt sie den blauen İznik-Fliesen im Innenraum; gebaut wurde sie zwischen 1609 und 1616. Der Eintritt ist frei. Schultern und Knie sollten bedeckt sein, Frauen bringen ein Kopftuch mit.
Topkapı-Palast. Rund vier Jahrhunderte lang Residenz der osmanischen Sultane. Harem, Heilige Reliquien und Schatzkammer ziehen die meisten Besucher an. Wer pünktlich zur Öffnung kommt, spart sich die Warteschlange. Für den Harem braucht man auch mit dem Museum Pass Istanbul ein eigenes Ticket.
Basilika-Zisterne (Yerebatan Sarnıcı). Ein unterirdischer Wasserspeicher aus dem 6. Jahrhundert mit Hunderten Säulen, gedämpftem Licht und zwei Medusenhäuptern. Sie wird von der Stadt betrieben, der Museum Pass gilt hier also nicht.
Großer Basar und Ägyptischer Basar. Der Große Basar gehört zu den ältesten überdachten Märkten der Welt – sich darin zu verlaufen, gehört dazu. Im Ägyptischen Basar (Gewürzbasar) in Eminönü gibt es Gewürze, Lokum und Nüsse. Der Große Basar ist sonntags geschlossen, der Gewürzbasar hat täglich geöffnet.
Süleymaniye-Moschee. Der Baumeister Mimar Sinan errichtete sie in den 1550er-Jahren auf einem Hügel über dem Goldenen Horn. Hier ist es ruhiger als in Sultanahmet, und allein der Blick aus dem Hof lohnt den Aufstieg.
Ebenfalls in der Nähe: das Hippodrom, der Gülhane-Park, die Archäologischen Museen Istanbul, das Museum für Türkische und Islamische Kunst und der Bahnhof Sirkeci, einst Endstation des Orient-Express.
Galata und Beyoğlu
Über die Galatabrücke beginnt ein anderes Istanbul: steile Gassen, Wohnhäuser aus dem 19. Jahrhundert, Passagen und Meyhanes (traditionelle Tavernen). Diese Seite erkundet man am besten zu Fuß; unsere Route von Pera nach Galata verbindet die Highlights.
Galataturm. 1348 von den Genuesen erbaut, heute ein Museum. Von der Aussichtsterrasse sieht man Altstadt und Bosporus auf einen Blick. Der Museum Pass Istanbul gilt hier.
İstiklal-Straße. Die Fußgängerzone von Taksim bis Tünel mit der roten Nostalgie-Straßenbahn, Passagen und Kirchen. Ein Abstecher in die Seitenstraßen lohnt sich: Çiçek Pasajı, das Pera Palace Hotel und die Camondo-Treppe sind nur ein paar Schritte entfernt.
Pera Museum. Hier hängt Osman Hamdi Beys berühmtes Gemälde „Der Schildkrötenerzieher“; dazu eine starke Orientalismus-Sammlung und wechselnde Ausstellungen.
Karaköy und Galataport. Karaköy mit seiner alten Bankenstraße und dem Fähranleger ist einen halben Tag wert. Gleich nebenan liegen die Uferpromenade von Galataport und das Istanbul Modern. SALT Galata, die Kılıç-Ali-Pascha-Moschee und das Galata-Mevlevihane sind ebenfalls ganz nah.
Am Bosporus
Am schönsten ist Istanbul vom Wasser aus. Die lange öffentliche Bosporus-Tour ab Eminönü ist günstig und entspannt – eine der besten Möglichkeiten, die Stadt kennenzulernen.
Dolmabahçe-Palast. 1856 fertiggestellt, Sitz des späten osmanischen Hofes. Atatürk, der Gründer der Republik, starb hier am 10. November 1938. Besichtigt wird mit Führung; die Tickets verkauft die Verwaltung der Nationalpaläste.
Ortaköy. Die Ortaköy-Moschee unter der Bosporusbrücke gehört zu den meistfotografierten Motiven der Stadt. Auf dem Platz reihen sich Kumpir-Stände (gefüllte Ofenkartoffeln) aneinander.
Rumeli Hisarı. Sultan Mehmed II. ließ die Festung 1452 an der schmalsten Stelle der Meerenge bauen, ein Jahr vor der Eroberung Konstantinopels. Gut kombinieren lässt sie sich mit dem Emirgan-Park und dem Sakıp Sabancı Museum.
Leanderturm (Kız Kulesi). Auf einer winzigen Insel vor Üsküdar, nach der Restaurierung 2023 wiedereröffnet. Boote fahren ab Karaköy und Salacak.
Am asiatischen Ufer der Meerenge lohnen außerdem der Beylerbeyi-Palast, der Küçüksu-Pavillon und die Festung Anadolu Hisarı.
Die asiatische Seite: Kadıköy, Moda und Üsküdar
Die 20-minütige Fährfahrt von Eminönü oder Karaköy nach Kadıköy gehört zu den schönsten kurzen Strecken der Stadt: Möwen, Simit und am Ufer der alte Bahnhof Haydarpaşa.
Kadıköy und Moda. In den Marktstraßen von Kadıköy reihen sich Fischhändler, Feinkostläden und Röstereien aneinander – hier zeigt sich Istanbuls Alltag. Ein Spaziergang führt hinunter nach Moda; die Uferpromenade von Moda ist einer der beliebtesten Orte für den Sonnenuntergang.
Üsküdar und Kuzguncuk. Vom Ufer in Üsküdar ist man dem Leanderturm am nächsten, außerdem stehen hier mehrere Moscheen von Mimar Sinan. Etwas weiter nördlich wirken die Holzhäuser und stillen Gassen von Kuzguncuk wie eine Filmkulisse – und sind es oft auch.
Çamlıca-Hügel. Einer der höchsten Punkte der asiatischen Seite, mit beiden Bosporusbrücken und der Silhouette der Altstadt in einem Blick.
Das Goldene Horn: Balat, Fener und Eyüp
Bunte Häuser, Spuren griechischer und jüdischer Viertel, Vintage-Läden und Cafés. Balat ist außerdem ein beliebter Drehort türkischer Fernsehserien.
Chora (Kariye). Die byzantinischen Mosaiken und Fresken aus dem 14. Jahrhundert zählen zu den schönsten der Welt. Seit 2024 ist die Chora wieder eine Moschee; ausländische Besucher brauchen ein Ticket.
Ebenfalls hier: das Ökumenische Patriarchat in Fener, das Rahmi M. Koç Museum und der Pierre-Loti-Hügel über dem Goldenen Horn.
Die Prinzeninseln: Büyükada
Fähren fahren ab Kabataş, Eminönü und Bostancı. Private Autos gibt es auf der Insel nicht; man ist zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit den Elektrofahrzeugen der Stadt unterwegs. Holzvillen, Pinienwälder und das Kloster Aya Yorgi auf dem Gipfel füllen leicht einen ganzen Tag.
Wie viele Tage braucht man für Istanbul?
1 Tag: Vormittags die Altstadt (Hagia Sophia, Blaue Moschee, Basilika-Zisterne), nachmittags Großer Basar und Gewürzbasar, dann zu Fuß über die Galatabrücke zum Galataturm für den Sonnenuntergang.
2 Tage: Zusätzlich vormittags der Topkapı-Palast und nachmittags eine Bosporus-Fähre oder ein Ausflug nach Kadıköy.
3 Tage: Den dritten Tag in Balat, Fener und der Chora verbringen, den Abend in Beyoğlu. Wer gern zu Fuß geht, wählt eine unserer Routen:
Praktische Tipps
- Museum Pass Istanbul: der Besucherpass für die staatlichen Museen, gültig fünf Tage ab der ersten Nutzung. Türkische Staatsbürger und Einwohner nutzen stattdessen die Müzekart.
- Kostenlos: Moscheen, Parks, die Uferpromenaden und mehrere Museen kosten keinen Eintritt.
- Unterwegs: Eine einzige İstanbulkart gilt für Metro, Straßenbahn, Marmaray, Busse und Fähren. Für die Altstadt nimmt man die T1, zwischen den Kontinenten die Fähre oder den Marmaray.
- Moscheebesuch: Zu den Gebetszeiten wird der Besuch unterbrochen. Schultern und Knie bedecken, Frauen tragen ein Kopftuch, die Schuhe bleiben vor der Tür.
- Ohne Gedränge: Große Museen sind direkt nach der Öffnung und am späten Nachmittag am ruhigsten. Vorher die Öffnungstage prüfen, besonders montags und an Feiertagen.
Häufige Fragen
Was sollte man beim ersten Besuch in Istanbul sehen?
Hagia Sophia, Blaue Moschee, Topkapı-Palast, Basilika-Zisterne, Großer Basar, Galataturm und eine Fahrt mit der Bosporus-Fähre. Das alles passt in zwei Tage.
Welche Sehenswürdigkeiten in Istanbul sind kostenlos?
Die Blaue Moschee und die Süleymaniye-Moschee, der Gülhane-Park, die İstiklal-Straße, die Gassen von Balat und die Uferpromenade in Moda kosten nichts. Eine öffentliche Fähre ist kaum teurer als ein Bus.
Lohnt sich die asiatische Seite?
Ja. Kadıköy, Moda, Üsküdar, Kuzguncuk und der Çamlıca-Hügel zeigen ein alltäglicheres Istanbul, und schon die Fährfahrt dorthin ist ein Erlebnis.
Gilt der Museum Pass Istanbul für die Hagia Sophia und die Basilika-Zisterne?
Nein. Die Besuchergalerie der Hagia Sophia und die Basilika-Zisterne haben eigene Tickets. Der Pass gilt für staatliche Museen wie den Topkapı-Palast, den Galataturm und die Archäologischen Museen.
Wie viele Tage sollte man für Istanbul einplanen?
Für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten reichen zwei Tage. Mit Bosporus, asiatischer Seite und Balat sind drei bis vier Tage ideal.
Kann man Istanbul gut zu Fuß erkunden?
Altstadt und Beyoğlu lassen sich sehr gut zu Fuß erkunden, sind aber hügelig. Zwischen den Stadtteilen fährt man am besten mit Straßenbahn und Fähre.





















