Blumenpassage (Çiçek Pasajı) in Istanbul

Ausgehen · Taksim, Beyoğlu

3,7Bewertung der RedaktionMit Alkohol

Die 1876 erbaute Cité de Péra an der İstiklal Caddesi nahe Galatasaray. Heute bekannt für ihre Meyhanes unter dem Glasdach.

Von der vollen İstiklal Caddesi tritt man in eine Passage mit Glasdach, und plötzlich klirren Gläser. Die Blumenpassage (Çiçek Pasajı) liegt in Istanbul-Beyoğlu an der İstiklal Caddesi, wenige Schritte vom Galatasaray-Platz. Ursprünglich hieß sie Cité de Péra, heute ist sie für ihre Meyhanes bekannt, die türkischen Tavernen.

Geschichte

An dieser Stelle stand einst das Naum-Theater. Das Gebäude entstand 1839 als Bosco-Theater, 1844 eröffneten es die Brüder Naum neu. Verdis „Il Trovatore“ wurde hier aufgeführt, bevor die Oper Paris erreichte. Auch die Sultane Abdülaziz und Abdülhamid II. besuchten das Haus.

Der große Brand von Pera am 5. Juni 1870 zerstörte das Theater weitgehend. Der griechisch-osmanische Bankier Hristaki Zoğrafos Efendi kaufte das Grundstück. 1876 war der Neubau nach Plänen von Kleanthis Zannos fertig: unten 24 Läden im Pariser Stil, oben 18 Wohnungen. Er hieß Cité de Péra, im Volksmund Hristaki-Passage. 1908 kaufte Großwesir Mehmed Said Pascha das Gebäude, eine Zeit lang hieß es Sait-Pascha-Passage. Als erste Taverne gilt die von Yorgo.

Woher der Name kommt

Nach der Russischen Revolution von 1917 kamen viele Emigranten nach Istanbul. Erzählt wird, dass verarmte russische Adlige, darunter eine Baronin, hier Blumen verkauften. Zeitweise fand hier auch eine Blumenauktion statt. In den 1940er-Jahren füllten Blumenläden den Großteil des Gebäudes, so entstand der Name Çiçek Pasajı.

Bald darauf verdrängten Tavernen und Bierlokale die Blumenhändler und Bewohner, nur der Name blieb. Der Schriftsteller Aydın Boysan und die Akkordeonspielerin Madam Anahit gehörten zu den bekanntesten Stammgästen; ihre Porträts hängen bis heute an den Wänden. Nach einer Restaurierung 1988 öffnete die Passage als Galerie voller Restaurants und Meyhanes neu, 2005 wurde das Dach erneuert.

Heute

Beide Seiten sind von Meyhanes gesäumt, die Tische reichen bis in die Mitte. Abends gibt es Meze, Rakı und manchmal Fasıl-Musik. Tagsüber lohnt ein Blick auf Fassade und Glasdach. Ein Seitenausgang führt direkt auf den Fischmarkt (Balık Pazarı).

Besuch

Die Blumenpassage liegt an der İstiklal Caddesi gegenüber dem Galatasaray-Gymnasium. Die nostalgische Straßenbahn hält an der Station Galatasaray, die Metrostationen Şişhane und Taksim (M2) sind zu Fuß erreichbar. Am Wochenende abends besser reservieren. Ein Spaziergang über den Fischmarkt zur Nevizade-Gasse mit weiteren Meyhanes bietet sich an. Preise und Speisekarten unterscheiden sich von Lokal zu Lokal, ein Blick auf die Karte vor dem Hinsetzen lohnt sich.

Häufige Fragen

Wann wurde die Blumenpassage gebaut?

1876, als Cité de Péra, an der Stelle des 1870 abgebrannten Naum-Theaters.

Warum heißt sie Blumenpassage?

Nach 1917 sollen russische Emigrantinnen aus dem Adel hier Blumen verkauft haben. In den 1940ern prägten Blumenläden das Gebäude, daher der Name.

Was kann man in der Çiçek Pasajı machen?

In den Meyhanes Meze und Rakı genießen oder tagsüber die Architektur des 19. Jahrhunderts ansehen.

Wo liegt die Blumenpassage?

An der İstiklal Caddesi in Beyoğlu, gegenüber dem Galatasaray-Gymnasium. Ein Seitenausgang führt zum Fischmarkt.

Auf diesen Routen

Schon dort gewesen? Schreiben Sie die erste Bewertung