
Galataturm
Genuesischer Steinturm von 1348 im Istanbuler Viertel Galata, heute ein Museum mit Rundumblick über Goldenes Horn und Bosporus.
Wer von Karaköy bergauf geht, sieht den Galataturm (Galata Kulesi) plötzlich am Ende der Gasse. Der Steinturm im Istanbuler Stadtteil Beyoğlu überragt das Goldene Horn seit fast 700 Jahren. Von oben liegen Altstadt, Bosporus und asiatisches Ufer in einem Blick.
Geschichte des Galataturms
Die Genuesen ließen sich 1267 per Abkommen mit Byzanz in Galata nieder. Sie ummauerten ihre Kolonie und errichteten 1348 am höchsten Punkt der Mauern diesen Turm. Sie nannten ihn Christea Turris, Christusturm. Zuvor stand hier bereits ein byzantinischer Turm.
1453 übergaben die Genuesen Galata kampflos an die Osmanen. Der Turm diente danach als Gefängnis und ab dem 18. Jahrhundert als Feuerwache. Ein Erdbeben 1509, Brände 1794 und 1831 und ein Sturm 1875 beschädigten ihn. Jedes Mal wurde er repariert, das Dach änderte mehrfach seine Form. Die heutige Kegelspitze stammt aus der Restaurierung von 1965 bis 1967.
Die Legende von Hezarfen Ahmed Çelebi
Die bekannteste Geschichte des Turms hat nur eine Quelle: den Reiseschriftsteller Evliya Çelebi. Ihm zufolge sprang Hezarfen Ahmed Çelebi unter Sultan Murad IV. mit adlerähnlichen Flügeln vom Turm und glitt über den Bosporus bis Üsküdar. Der Sultan soll ihn belohnt und dann nach Algerien verbannt haben. Andere zeitgenössische Belege gibt es nicht.
Dazu kommt eine volkstümliche Erzählung. Der Galataturm, so heißt es, liebt den Mädchenturm auf der anderen Seite des Wassers. Und Paare, die zum ersten Mal gemeinsam hinaufsteigen, sollen heiraten.
Das Museum heute
Lange beherbergte der Turm ein Restaurant. 2020 ließ das Ministerium für Kultur und Tourismus es entfernen. Am 6. Oktober 2020 öffnete der Galataturm als Museum. Nach Dachsanierung und Erdbebenertüchtigung ist er seit dem 25. Mai 2024 wieder zugänglich.
Ein Aufzug fährt den größten Teil der Strecke, die letzten Etagen geht man zu Fuß. Gezeigt werden archäologische Funde aus Istanbul, die Kette des Goldenen Horns und eine Inszenierung von Hezarfens Flug. Vom schmalen Umgang sieht man Topkapı-Palast, Süleymaniye-Moschee und die Bosporusmündung.
Besuch und Eintritt
Der Turm steht am Galataturm-Platz in Beyoğlu. Nächste Haltestellen sind Karaköy (Straßenbahn T1) und Şişhane (Metro M2). Von Karaköy sind es rund zehn Minuten bergauf.
Der Galataturm kostet Eintritt. Aktuelle Preise und Öffnungszeiten finden Sie auf der offiziellen Museumsseite des Ministeriums für Kultur und Tourismus. Im Sommer und zum Sonnenuntergang sind die Schlangen lang. Früh am Morgen ist es ruhiger.
Häufige Fragen
Wie viel kostet der Eintritt zum Galataturm?
Der Galataturm ist ein Museum mit Eintritt. Die Preise ändern sich, daher lohnt ein Blick auf die offizielle Museumsseite des Ministeriums für Kultur und Tourismus.
Wann wurde der Galataturm gebaut?
Die Genuesen errichteten den heutigen Turm 1348 am höchsten Punkt der Mauern von Galata. Er hieß damals Christea Turris.
Gibt es im Galataturm einen Aufzug?
Ja. Ein Aufzug fährt fast bis oben, die letzten Etagen bis zum Umgang erreicht man über Treppen.
Ist Hezarfen wirklich vom Galataturm geflogen?
Die einzige Quelle ist der Reiseschriftsteller Evliya Çelebi aus dem 17. Jahrhundert. Andere Belege für den Flug gibt es nicht.
Wie komme ich zum Galataturm?
Mit der Straßenbahn T1 bis Karaköy und dann bergauf, oder mit der Metro M2 bis Şişhane. Beide Wege dauern zu Fuß etwa zehn Minuten.