Pandeli
Traditionsrestaurant über dem Eingang des Gewürzbasars in Eminönü, bekannt für türkise Fliesen, Wolfsbarsch im Papier und klassische türkische Küche. Im Guide MICHELIN als Bib Gourmand gelistet.
Neben dem Tor des Gewürzbasars führt eine schmale Steintreppe nach oben. Dort warten ein Saal mit türkisen Fliesen und ein Wolfsbarsch im Papier. Pandeli ist ein Restaurant in Eminönü, Istanbul, im Obergeschoss des Gewürzbasars (Mısır Çarşısı), dessen Name bis 1901 zurückreicht. Aus den Fenstern blickt man auf den Eminönü-Platz und die Galatabrücke.
Geschichte
Gründer Pandeli Çobanoğlu stammte aus einer griechisch-orthodoxen Familie aus Niğde in Zentralanatolien. Als Junge kam er nach Istanbul und verkaufte Köfte mit Bohnensalat von einem Karren. 1901 eröffnete er im Çukur Han einen kleinen Köfte-Laden. Von diesem Jahr an zählt der Name Pandeli.
Im Ersten Weltkrieg ging er zurück nach Niğde. 1926 eröffnete er am Yağcılar-Anleger in Eminönü ein Restaurant in einem dreistöckigen Haus. Bei den Ausschreitungen vom 6. und 7. September 1955 wurde es geplündert. Danach erhielt er mit Unterstützung der Regierung den Saal über dem Eingang des Gewürzbasars. Dort ist das Restaurant bis heute.
Pandeli starb 1967. Sein Sohn Hristo Çobanoğlu und Koch Cemal Biberci führten es weiter. 2016 schloss es. Yücel und Gülin Özalp sowie Menderes Utku restaurierten die Räume und eröffneten Ende 2018 neu.
Man erzählt, Atatürk habe hier als junger Offizier Köfte gegessen und anschreiben lassen, wenn sein Sold auf sich warten ließ. Auch Königin Elisabeth II. und König Juan Carlos werden unter den Gästen genannt.
Was man isst
Die Küche bleibt bei klassischen Istanbuler Lokanta-Gerichten. Die Karte wechselt mit der Saison, einige Teller stehen seit Jahrzehnten darauf.
- Kağıtta levrek: Wolfsbarsch, im gefalteten Papier im eigenen Dampf gegart. Das Gericht, mit dem Pandeli am meisten verbunden wird.
- Patlıcanlı börek: Teigschichten mit gebratenen Auberginenscheiben obenauf.
- Hünkârbeğendi: Lammragout auf cremigem Püree aus gerösteten Auberginen.
- Zeytinyağlılar: kalte Gemüsegerichte in Olivenöl, etwa Dolma mit Reis, Korinthen und Pinienkernen.
- Ayva tatlısı: gebackene Quitte mit Kaymak, einer dicken Sahne aus Büffelmilch.
Die türkisen Fliesen, die Kuppeldecke und die weißen Tischdecken haben sich kaum verändert.
Im Guide MICHELIN
Pandeli erhielt im ersten Guide MICHELIN Istanbul (Oktober 2022) einen Bib Gourmand. Auch in der Auswahl 2026 des Guide MICHELIN Türkiye, vorgestellt im Dezember 2025, ist es als Bib Gourmand gelistet. Einen Stern hat es nicht.
Besuch
Pandeli liegt am Eingang des Gewürzbasars zum Eminönü-Platz, auf der Seite des Fischmarkt-Tors. Nächste Haltestelle ist Eminönü an der Straßenbahnlinie T1. Die Fähranleger von Eminönü sind wenige Gehminuten entfernt.
Mittags wird der Basar voll. Wer es ruhiger mag, kommt früh. Für Gruppen und volle Tage ruft man besser vorher an. Das Schild ist klein, die Treppe schmal: Am Basartor einfach nach oben schauen.
Aktuelle Öffnungszeiten finden Sie auf den Kanälen des Restaurants.
Häufige Fragen
Wo liegt das Restaurant Pandeli?
In Eminönü, im Obergeschoss über dem Eingang des Gewürzbasars zum Eminönü-Platz. Hinauf geht es über eine schmale Treppe neben dem Basartor.
Hat Pandeli einen Michelin-Stern?
Nein. Im Guide MICHELIN Türkiye 2026 ist es als Bib Gourmand gelistet.
Wofür ist Pandeli bekannt?
Für Wolfsbarsch im Papier (kağıtta levrek), die türkis gefliesten Säle und klassische Gerichte wie Auberginen-Börek und Quitte mit Kaymak.
Seit wann gibt es Pandeli?
Seit 1901, als Pandeli Çobanoğlu seinen ersten Köfte-Laden eröffnete. Über den Gewürzbasar zog das Restaurant nach 1955.
Braucht man für Pandeli eine Reservierung?
Das Restaurant nimmt Reservierungen direkt an. Für Gruppen und volle Tage ist ein Anruf vorab sinnvoll.